Was ist ein Portfolio?

 

Definition (nach Felix Winter)


Ein Portfolio ist eine Sammlung von Dokumenten, die unter aktiver Beteiligung der Lernenden zustande gekommen ist und etwas über ihre Lernergebnisse und Lernprozesse aussagt.

Den Kern eines Portfolios bilden jeweils ausgewählte Originalarbeiten.

Ziele

Die Portfolioarbeit hat das Ziel:    

  • schulisches und unterrichtliches Handeln an den Lernprozessen der Schülerinnen und Schüler zu orientieren und die Individualisierung des Lernens zu unterstützen
  • individuelle Förderung und Diagnostik zu gestalten.
  • den Unterricht an Kompetenzen zu orientieren.
  • selbstständiges und selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen.
  • reflexive Lernhaltungen zu fördern.
  • herkömmliche Verfahren der Leistungsbewertung zu reformieren.

Wichtige Aspekte:

  • Zu ihren Arbeiten erstellen die Lernenden Reflexionen, die auch Teil des Portfolios werden.
  • Für das Anlegen eines Portfolios werden in der Regel gemeinsam Ziele und Kriterien formuliert, an denen sich die Lernenden orientieren können, wenn sie für ihr Portfolio arbeiten und eine Auswahl von Dokumenten zusammenstellen.
  • Portfolios werden in einem geeigneten Rahmen präsentiert und von anderen Personen wahrgenommen (z. B. Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern …).
  • Anhand von Portfolios finden Gespräche über Lernen und Leistung statt.
  • Die in Portfolios dokumentierten Leistungen werden von der Lehrperson bewertet und kommentiert – in ähnlicher Weise machen das auch die Lernenden selbst. 

Das ist kein Portfolio !

  • Ein Kursordner, in dem alle Arbeiten und Materialien abgelegt sind.
  • Ein Lerntagebuch, in dem ausschließlich Berichte und Reflexionen gesammelt sind.
  • Eine vorgefertigte Mappe, in der viele Selbsteinschätzungen, aber keine oder kaum Originalarbeiten der Schülerinnen und Schüler enthalten sind.
  • Ein Dossier über einen Lernenden, in dem hauptsächlich Berichte, Ziffernzeugnisse, Testergebnisse und ähnliche Fremdbeurteilungen dokumentiert sind.

Möglichkeiten des Portfolio

Wichtige Grundlagen

  • Zusammenarbeit im Jahrgangsteam
  • Geeigneter Ort für die Aufbewahrung
  • Verankerung im Schulprogramm
  • Regelmäßige Präsentationen
  • Regelmäßige Portfolioarbeit

Möglichkeiten der Präsentation

  • Produkttag am Schuljahresende
  • Eltern-Kind-Nachmittag
  • Ausstellung an Elternabenden/Elternsprechtagen
  • Bewerbungsportfolio/E-Portfolio

 

Wertschätzung durch Achtung des Produkts

 

 

 

 

 

Mehrwert

Ergebnisse aus der Laborschulforschung

 

Aus der Sicht der SchülerInnen:

  • Es unterstützt sie in ihrer individuellen Lernplanung
  • Es fordert sie heraus, vorzeigbare Produkte zu erstellen und zu präsentieren
  • Es regt sie an, über ihr Lernen und ihre Leistungen zu reflektieren
  • Es bezieht sie in die Zusammenstellung der Kriterien für ihre Produkte mit ein
  • Es motiviert durch individuelle Wahlmöglichkeiten

 

Aus der Sicht der Eltern:

  • Es informiert sie durch die direkte Leistungsvorlage über die Lernleistungen und –entwicklungen ihrer Kinder
  • Es stellt eine gute Grundlage für den Dialog zwischen Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen dar

 

Aus der Sicht der LehrerInnen:

  • Es unterstützt sie bei der Gestaltung individuellen Unterrichts
  • Es hilft ihnen beim Dialog mit den SchülerInnen und Eltern
  • Es unterstützt sie bei dem Ziel, SchülerInnen zum selbstbestimmten und selbstständigen Lernen anzuleiten
  • Es macht ihnen „das Leben leichter“ durch motivierte und selbsttätige SchülerInnen

Meinungen zum Portfolio

Aus der Sicht der SchülerInnen:

„Wir haben halt voll viel gemacht und das ist eine Zusammenfassung von den ganzen Jahren.
 Das ist irgendwie cool, dass zu sehen.“

„Für mich ist es immer wichtig, wenn ich so persönliche Sachen zeigen kann.
Das macht mir auf jeden Fall mehr Spaß, weil man dann darüber reden kann.“

„Ja, also Portfolio ist halt, wo man seine Schätze drin hat! Wo man besondere Sachen macht und mit einbezieht.“

„Ich finde es gut, dass man sieht wo man ist, was man noch machen muss und wie man so im Vergleich zu anderen steht.
Dann weiß ich genau, was ich noch machen muss.“

 

Aus der Sicht der Eltern:

„Die Arbeit ist wesentlich intensiver als Heft- oder Bucharbeit.“

„Die Portfolioanforderungen erlauben es dem Kind, daran zu wachsen und
Lust an selbstständigen Arbeiten zu entwickeln.“

„ Meine geforderte Einbeziehung ist eine Herausforderung, dass ich die Leistung,
Kreativität und Klugheit meines Kindes anerkenne.
Durch die Portfolioarbeit erfährt man einfach mehr.“

„Mir gefällt die individuelle Arbeitsweise und die freie Gestaltungsmöglichkeit;
 wenn man Leistung vergleichen will, lässt ein Portfolio dies besonders deutlich zu.“

 

Aus der Sicht der LehrerInnen:

„Ich fände es für die SchülerInnen wichtig, wenn sie sich z.B. in der Bibi einige Portfoliobeispiele anschauen könnten.“

„Ich suche immer noch nach Wegen für eine effektivere und zugleich intensive Beurteilungsmöglichkeit für den Unterricht. Detaillierte Kriterienbögen vor der Erstellung eines Portfolios würden da schon sehr helfen.“

„Wir sollten innerhalb der Schule im Vergleich zu den Produktportfolio unbedingt das Prozessportfolio weiter stärken und ihm mehr Platz einräumen.“

„Portfolioarbeit  setzt einen intensiven Dialog über Lernen und Leisten in Gang.
„Ich entdecke darin einen ungeheuren Mehrwert für meine Praxis!“